Hier bin ich!

Veröffentlicht auf von Marlis

Hallo, ich bin Leika, eine aufgestellte und hübsche Boxer-Sennenhund Lady. Mein Frauchen hat mir gesagt dass ich auch Geschichten schreiben darf. Also werdet ihr öfter von mir hören.

Frauchen ist sehr lieb zu mir. Früher hatte ich noch Benji mein Kumpel und mein Tagesherrchen die waren ganz toll. Dann ist noch Frauchens Bruder. Der ist auch lieb. Er gibt mir immer Rüben wenn ich ihn besuche. Ich bekam auch schon einen Knochen den er ganz alleine für mich auf die Seite gelegt hat. 

Als ich aus dem Tierheim kam war ich ziemlich ängstlich. Ich kannte diese lauten Staubsauger oder Küchenmaschinen und so, nicht. Das machte mir Angst. Frauchen sagte mir immer das macht dir nichts, Leika. Aber die sind immer soooo laut, da muss man ja aufschrecken. Jetzt geht es besser. Vor allem Küchenmaschinen finde ich toll, manchmal fällt was Leckeres zu Boden. Was das Essen anbelangt bin ich ja Spezialistin. Ich esse manchmal Sachen auf dem Spaziergang. Nichts gefährliches  nur Äste, Gras, Nüsse und so weiter. Frauchen behält mich nämlich im Auge was ich esse. Wenn es was ist, dass sie nicht genau erkennt sagt sie laut, Pfui! Ich kann dieses Wort nicht ausstehen! Das ist unter uns Hunden das böse P-Wort. Und irgendwie finde ich es seltsam wenn Frauchen mir sagt:“ Das kann man nicht essen, Leika.“ Meistens esse ich es ja schon. 

Nun erstmal zu Benji. Er war für mich wie ein grosser Bruder. Benji war so ruhig und hatte viel Erfahrung im Umgang mit den Zweibeinern. Das half mir oft meine Angst zu überwinden. Wenn uns Frauchen beim Spazieren rief, ging ich einfach Benji hinterher. Der wusste was man genau machen muss. Wir hatten viel Spass. Manchmal vermisse ich ihn ganz doll. Ihr werdet in meinen Geschichten noch von ihm hören. 

Dann war da noch mein Tagesherrchen. Viele Zweibeiner nannten ihn Josi. Das war Frauchens Papa. Frauchen hatte auch mal eine Mama, von ihr habe ich viele Geschichten gehört. Leider durfte ich sie nie kennenlernen. Frauchen sagt immer wenn wir draussen auf der Terrasse sind:“ Schau da wacht meine Mama. Der Stern dort, der ganz hell leuchtet.“ Als mein Kumpel Benji starb, sagte Frauchen:“ Leika weisst du, Benji ist ganz bestimmt bei meiner Mama. Es ist so... wenn Tiere sterben dann werden sie zu den Menschen geschickt die schon im Himmel sind und die sie kennen.  Und Tiere die immer alleine waren, haben eine grosse, schöne Wiese. Dort sind sie mit anderen Tieren zusammen. Keiner ist dort oben alleine.“ Ich schaue oft in die leuchtenden Sterne und denke, da ist jemand der über uns wacht. Ein schöner Gedanke, oder? Nun zu Josi. Also erst konnte er noch reden, aber irgendwann ist wohl was passiert und seine Stimme war nicht mehr da. Wir haben uns trotzdem ganz toll verstanden. Wenn ich was machte das nicht gut war, klopfte Josi solange auf den Tisch bis ich schaute und dann hob er den Zeigefinger. So wusste ich: Oh oh das darf ich nicht machen.

Er streichelte mich viel. Das mag ich sehr. Manchmal sah ich ein Lächeln auf seinem Gesicht und er nickte. Das war das Zeichen dass ich was gut gemacht habe. Er fand es immer lustig wenn ich den Amseln zu kuckte. Da stelle ich die Ohren auf und schaue ganz genau wie sie hüpfen. Das muss wohl komisch aussehen.

Und ich kenne auch einen Trick, das gelingt bei Frauchen auch! Wenn er ohne mich wegging, schaute ich ihn beleidigt an und habe einfach nichts gegessen. Dafür bekam ich dann was ganz leckeres! Ich mag diese weichen Knochen, Brot oder Rüben. Also....eigentlich esse ich alles. Aber manches ist halt besonders lecker. Irgendwann durfte ich aber nicht mehr zu Josi. Frauchen sagte, er sei nun auch bei Benji und Mama. Das machte mich traurig. 

Aber ich habe viele Erinnerungen an die schöne Zeit mit Benji und Josi. Frauchens Bruder wird auch vorkommen. Und ich kann euch auch von Frauchens Mama viel erzählen. Hab schon soooo viel gehört. 

Nun die erste kleine Geschichte.

Einmal vor einem Hundetraining gingen wir spazieren. Benji war damals auch dabei. Irgendwo im Wald schnüffelte ich am Wegrand. Da roch ich Fleisch. Ich hab es ausgegraben und davon gegessen. Danach war mir richtig übel. Ich habe während dem Training im Auto erbrochen. Als Frauchen das sah sagte sie nur verzweifelt: „ Oh nein Leika. Das sind Innereien von einem Reh oder so. Das haben Jäger wohl im Wald vergraben.“ Mit mehreren Bäh, pfui Teufel hat Frauchen das Auto sauber gemacht.

Christoph, das ist mein Tierarzt und Trainingsleiter, lachte nur und sagte:“ Das ist fast so lustig wie damals als du auf die Notfallnummer angerufen hast und mir verzweifelt sagtest dass Benji seine Zähne verliert.“ Frauchen lachte mit und antwortete:“ Soviele Hundebücher wie ich gelesen habe, aber in dem Moment fiel mir gar nicht ein, dass Hunde auch Milchzähne haben.“ Scheinbar war es dann nicht mehr so schlimm das Auto zu säubern. 

So meine Pfötchen werden langsam müde, wir lesen uns bestimmt wieder. Wuff!

 

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